Das war unser Kongress 26.
Das war unser Kongress 2026.
7. Freiburger Inklusionskongress setzt Zeichen für Demokratie und Menschenrechte.
9. Mai 2026 im Bürgerhaus Zähringen Freiburg.
Rund 80 Aktivist*innen, Politiker*innen und Expert*innen diskutierten beim 7. Freiburger Inklusionskongress des Vereins Inklusion neu denken e.V. unter dem Motto „Inklusion. Macht. Demokratie.“ über Wege zu einer wirklich inklusiven Gesellschaft. Im Mittelpunkt standen die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) als historischer Meilenstein für die Rechte behinderter Menschen sowie aktuelle Herausforderungen wie Diskriminierung, soziale Spaltung und erstarkender Rechtsruck.
UN-BRK: Ein Meilenstein mit ungenutztem Potenzial.
Die vor 20 Jahren von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedete und seit 2009 in Deutschland geltende UN-BRK war ein Novum: Sie wurde in Rekordzeit verhandelt, ist die erste verbindliche Völkerrechtsquelle zu Behindertenrechten und reformierte internationales Recht (u. a. durch den Beitritt regionaler Organisationen wie der EU). Doch trotz ihrer historischen Bedeutung ist ihre Umsetzung in Deutschland unzureichend. Kritische Stimmen auf dem Kongress forderten:
- Konsequente Ressourcenbereitstellung durch Bund, Länder und Kommunen – der bisherige politische Wille reiche nicht aus.
- Abkehr vom Finanzierungsvorbehalt und sofortige Bereitstellung notwendiger Mittel.
- Inklusion als Recht für alle – nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern auch für queere Menschen, Migrant*innen / Menschen mit Migrationsgeschichte und Menschen in Armut.
- Kein Ausweichen in Vorbedingungen: Die Praxis, Inklusion an immer neue Gesetze und Auflagen zu knüpfen, verschiebe die Aufgabe in die Zukunft. Stattdessen müsse die Gesellschaft endlich „vom Bitten ins Fordern“ kommen.
Inklusion als Gegenentwurf zu Ausgrenzung und Rechtsruck.
Vor dem Hintergrund wachsender sozialer Ungleichheit, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Diskriminierung betonten die Teilnehmer*innen: Inklusion ist keine Option, sondern eine Grundbedingung der Demokratie. Der Kongress positionierte sich klar gegen ausgrenzende Haltungen, die bestimmte Gruppen – etwa behinderte, queere oder nicht-weiße Menschen – als „störend“ empfinden und aus dem öffentlichen Raum verdrängen wollen. Inklusion wurde als der demokratischste Gesellschaftsentwurf definiert, weil er alle Menschen einbezieht – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Behinderung oder Religion.
Praxisnahe Lösungen in SofA-Talks und Tischgesprächen.
In drei SofA-Talks („Sozialraum für Alle“) und anschließenden Tischgesprächen diskutierten Expert*innen, Politiker*innen und Betroffene konkrete Handlungsansätze für eine inklusive Gesellschaft.
Im ersten Talk „Demokratie. Inklusion. Inklusive Kommune.“ diskutierten Roland Meder, Bürgermeister für Soziales und Kultur Freiburg, Sarah Baumgart, Behindertenbeauftragte Freiburg, und Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer, Soziologe an der PH Freiburg, unter anderem Themen wie barrierefreie Verwaltung, Inklusion in der Kommune und Beteiligung in der Kommunalpolitik.
„Soziale Gerechtigkeit. Soziale Ungleichheit.“ war der Titel des zweiten Talks. Die Beiträge von Thelma Basil, Jugendmigrationsdienst und ehemalige Migrant*innenbeirätin, Jürgen Heider, Mitglied im Behindertenbeirat und Mitarbeiter Städtische Museen, sowie Lukas Oettle, geschäftsführender Vorstand und Mitgründer von beneFit e.V., setzten sich mit der wachsenden Diskrepanz der sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen auseinander.

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